Welche Airline haftet für die Entschädigung bei unterschiedlichen Angaben im Ticket?

Immer wieder stellt sich Reisenden die Frage, welche Airline haftet wenn sich auf dem Ticket zwar der Iata-Code (z.B. DE für Condor) befindet, jedoch ein Zusatz angebracht ist wie „durchgeführt von“ oder „operated by“ und hierbei eine andere Airline genannt wird als bei der Buchung. In diesem Fall (auch wenn hier ein sogenanntes Wet-Lease oder Dry-Lease, das heißt eine Anmietung eines Flugzeuges einer anderen Luftgesellschaft (mit oder ohne Crew) vorliegt, haftet die Fluggesellschaft, auf die als ausführende Airline hingeweisen wurde für die Entschädigung wegen Verspätung, Annullierung oder Nichtbeförderung nach der Fluggastrechte-Verordnung.

Der häufige Hinweis der Fuggesellschaften auf BGH X ZR 102/16 und 106/16 geht fehl, denn in diesen beiden Fällen wurde in der Buchungsbestätigung und im elektronischen Flugschein die Fluggesellschaft einheitlich als ausführendes Unternehmen ausgewiesen. In einem solchen Fall, in dem also eine andere Airline den Flug komplett durchführt, ohne dass irgendwo darauf hingewiesen wurde,haftet die für den Fluggast erkennbare Airline für die Entschädigung wegen Verspätung, Annullierung oder Nichtbeförderung nach der Fluggastrechte-Verordnung in Höhe von € 250 bis € 600,–.

Andernfalls würde der Reisende regelmäßig im Dunkeln tappen und es würde auch die Verpflichtung nach Art. 11 VO (EG) Nr. 2111/2005 (über die rechtzeitige Information der Fluggäste über die Identität des ausführenden Luftfahrtunternehmens) keinen Sinn machen.

 

Flug-Rechte

14.02.2018

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