Premium Economy Class / Herabstufung / Downgrade bei Condor / Urteil Landgericht Landshut

Condor wirbt auf seiner Homepage mit „Premium Class“, druckte dann aber in der Flugbestätigung oder Rechnung „Premium Economy Class“ aus. Bei Flugantritt wurde der Fluggast dann in Economy platziert bzw. umgebucht und sollte mit einem Flugzeug einer anderen Airline befördert werden  Der Fluggast sah darin ein unzulässiges Downgrade und bestand auf der Beförderung in der Premium-Economy Class. Der Flugreisende blieb zu Hause und verlangte dann von Condor den gesamten Ticketpreis zurück als auch Schadenersatz in Höhe von ca. € 8.000,– für seine 14-tägige Hotelbuchung in Kuba. Außerdem verlangte der Fluggast die Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung (EU) 261/2004 für die Nichtbeförderung, Art. 4, 7 der Verordnung, hilfsweise auch für das Downgrade gemäß Art. 10 der Fluggastrechte-Verordnung, wonach der Fluggast 75 % des Ticketpreises als Entschädigung erhalten kann (auch wenn er fliegt).

Der Fluggast reichte Klage beim Landgericht Landshut ein, worauf der Richter Condor zum Schadenersatz verurteilte. Condor muss danach den gesamten Ticketpreis erstatten und die Hotelkosten. Das Gericht meint aber, dass die Ausgleichszahlung nach Art. 4 und 7 Fluggastrechte-Verordnung, wonach ein Anspruch auf Entschädigung von € 250 bis € 600,– bestehen kann, nicht einschlägig ist, da das Downgrade der Nichtbeförderung nicht gleichzusetzen sei. Der Anspruch nach Art. 10 der Fluggastrechte-Verordnung würde zudem in dem Schadenersatz nach BGB aufgehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *