Kosten Ersatzreise und deren Erstattung

Im Rahmen eines Verfahrens vor dem EuGH in 2017 hat die Kommission erklärt, dass Rückreisekosten, die der Reisende selbst aufgewendet hat, weil die Airline einen Ersatz der Rückreise nicht angeboten hat (Art. 8 der Verordnung), nicht auf die Entschädigung nach Art 7 der Verordnung von Euro 250 bis Euro 600 wegen Annullierung / Verspätung / Nichtbeförderung anzurechnen sind. Die Kommission ist der Auffassung, dass die Ansprüche nach Art 7 der Verordnung von Euro 250 bis Euro 600 wegen Annullierung / Verspätung / Nichtbeförderung neben den Ansprüchen wegen Verletzung der Angebotspflicht nach Art. 8 der Verordnung für eine Ersatzreise, kumulativ bestehen. Aus Sicht der Anwälte unseres Kunden ist eine solche kumulative Geltendmachung allein schon deshalb erforderlich und geboten, weil sonst die Airline immer um die Entschädigungpauschale von Euro 250 bis Euro 600 wegen Annullierung / Verspätung / Nichtbeförderung  herumkommen würde, wenn sie keinen Ersatzflug anbietet und der Fluggast auf eigene Kosten eine Rückreise selbst organisiert. Wären diese Kosten des Reisenden für die Ersatzreise immer auf die Entschädigungspauschale anzurechnen (Art. 12 der Verordnung), wäre die Entschädigung nach Art 7 der Verordnung faktisch in vielen Fällen ausgehebelt.

Das Gericht wird in Kürze endgültig über die Sache entscheiden, jedoch scheint die Kommission bereits den Schutz der Rechte des Fluggastes erkannt zu haben. Wir werden über den Fortgang berichten.

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