Häufige Fragen

In der häufigen Fragen beantworten wir Ihnen typische Fragen, die bei der Thematik der Flugentschädigung aufkommen. Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu fragen. Wir setzen uns umgehend mit Ihnen in Verbindung.

Tuifly Flüge und Entschädigung bei Krankmeldung von Flugpersonal?

Tuifly beruft sich bei den aktuellen Annullierungen auf einen außergewöhnlichen Umstand und verweigert die Zahlung von Entschädigungen nach der Fluggastrechte-Verordnung der EU. Krankheitsmeldungen von Mitarbeitern stellen grundsätzlich keinen außergewöhnlichen Umstand dar sondern ein normales Betriebsrisiko, das von Tuifly einzukalkulieren ist. Sie haben daher einen Anspruch auf Zahlung von € 250,– bis € 600,– pro Flug und Ticket. Dennoch kann bei Nachweis, dass sich bei den häufigen Krankmeldungen um einen „verdeckten Streik“ handelt, ein nicht beherrschbarer Umstand in Betracht kommen. Es müsste daher eine organisierte Aktion der Mitarbeiter bewiesen werden. Es genügt nicht dass im Einzelfall ein Mitarbeiter tatsächlich nur krank gefeiert hat.

Beschädigung Flugzeugreifen als Ausschlussgrund für Entschädigung?

Das Amtsgericht Königs Wusterhausen (Az.: 4 C 1102/16) sieht grundsätzlich einen Ausschlussgrund einer Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung in einer Beschädigung eines Flugzeugreifens durch einen Fremdkörper auf der Start- oder Landebahn, obwohl es Sache der Airline sein müsste, die Landebahn sauber zu halten und für seine Dienstleister (Flughafen) einzustehen. Ansonsten würde man nach Auffassung von Flug-Rechte GmbH Schlampereien auf dem Flughafen auf dem Rücken der Reisenden austragen. Außerdem gehört es  zu dem üblichen und beherrschbaren Betrieb einer Fluggesellschaft, die Start- und Landebahn in Ordnung zu halten. Es handelt sich auch nicht um einen nicht beeeinflussbaren Eingriff in den Betrieb von außen, wenn Gegenstände auf der Startbahn liegen, sondern die Airline kann die mangelnde Reinhaltung durch Anweisung des Flughafens beherrschen. Auch kann im Falle von nachhaltigen Störungen die Airline einen Flughafen, der seine Landebahn nicht sauber und frei von Fremdkörpern hält, nicht mehr anfliegen. Würde man also – wie das Amtsgericht Königs Wusterhausen – solche mangelnde Pflege von Flughäfen als außergewöhnlichen Umstand im Sinne der Fluggastrechte-Verordnung ansehen, würde dies nicht nur zum Ausschluss der Entschädigung führen, sondern auch die Flugsicherheit auf Kosten der Reisenden nachhaltig einschränken.

Das Amtsgericht Königs Wusterhausen hat dennoch eine Entschädigung zugesprochen, weil es der Airline – German Wings – nicht gelungen ist, nachzuweisen, dass  der Gegenstand auf der Landebahn nicht von dem Flugzeug der Airline selbst stammte. Damit konnte der von Flug-Rechte GmbH betreute Reisende seine Entschädigung erhalten.

Dauer bis Sie Ihre Entschädigung erhalten

Wir haben Erfolgszeiten von 1 Woche bis 3 Monate. Es kommt ganz auf die Fluggesellschaft an wie schnell Sie Ihre Entschädugng für verspätete oder annullierte Flüge erhalten. Manche Airlines zahlen aber nur nach gerichtlichem Verfahren. Doch wir versuchen durch unsere Anwälte Druck in die Verfahren zu bringen und dank unserer in der Regel sehr gut funktionierenden Gerichte, ist die Verfahrensdauer überschaubar. Häufig genügt schon die Einreichnung der Klage, dass alles ganz schnell geht und Sie Ihre Entschädigung erhalten. Doch seien Sie versichert:  Flug-Rechte GmbH versucht alles, um Ihnen möglichst schnell die Entschädigung zu überweisen. Sie brauchen nur ein bisschen Geduld.

Iberia und Ansprüche auf Entschädigung

Die Durchsetzung von Ansprüchen nach der Fluggastrechte-Verordnung auf Entschädigung wegen Verspätung, Annullierung oder Nichtbeförderung in Höhe von € 250,– bis zu 600,– bedarf Geduld. Wichtig ist auch, dass auf den Unterschied zwischen Iberia und Iberia Express, der Billigfluglinie von Iberia, geachtet wird. Zumeist ist ein Gerichtsverfahren gegen Iberia erforderlich, bei dem wir jedoch eine hohe Erfolgsquote gegen Iberia aufweisen können. Die Verfahrensdauer bewegt sich zwischen 8 Wochen und 6 Monaten, je nach Gericht und je nachdem wie schnell Iberia auf die Klage reagiert bzw. erwidert. Dennoch lohnt es sich, wenn Sie Ihren Fall uns anvertrauen.

Bei Flügen im Nicht-EU Gebiet Entschädigung?

Bei Nicht-EU Airlines mit Abflug außerhalb der EU in einen Nicht-EU-Staat gibt es keine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung.

Bei Nicht-EU Airlines mit Abflug außerhalb der EU in einen EU-Staat gibt es ebenfalls keine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung.

Bei Nicht-EU Airlines mit Abflug in der EU in einen EU-Staat gibt es eine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung.

Bei Nicht-EU Airlines mit Abflug in der EU in einen Nicht-EU-Staat gibt es eine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung. Dies gilt auch, wenn bei einem Anschlussflug die Verspätung am Zwischenstop weniger als 3 Stunden sind, aber die Endverspätung am Zielflughafen mindestens 3 Stunden sind.

Bei EU Airlines mit Abflug in der EU in einen Nicht-EU-Staat gibt es eine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung.

Bei EU Airlines mit Abflug in der Nicht-EU in einen EU-Staat gibt es eine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung.

Bei EU Airlines mit Abflug außerhalb der EU in einen Nicht-EU-Staat gibt es keine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung.

 

Wie berechnet sich die Verspätung von 3 Stunden?

Für einen Anspruch auf Entschädigung wegen Verspätung bedarf es wenigstens einer Verspätung von 3 Stunden. Diese berechnet sich nach geplanter Abflugzeit bis zum Zeitpunkt des Öffnens der Türen des Flugzeugs am Ankunftsflughafen.

Welche Fluggesellschaft ist die richtige Ansprechpartnerin für den Anspruch auf Entschädigung?

Grundsätzlich ist die Airline, die den Flug durchgeführt (operated) hat, dir richtige Ansprechpartnerin. Häufig finden sich auf den Tickets nur die Hinweise „operated by“, was jedoch genügt. Sie können daher zunächst diese Airline unter Fristsetzung zur Zahlung der Entschädigung wegen Annullierung, Verspätung oder Überbuchung auffordern, oder Flug-Rechte GmbH macht dies für Sie.

Problematisch kann es sein, wenn von der Airline, die Sie ursprünglich gebucht haben, plötzlich eine Maschine einer anderen Airline benutzt wird. In diesem Fall bleibt in der Regel Ihre Airline der Schuldner der Entschädigung, nicht die spontan und ohne kommunizierten Plan eingesetzte Airline.

Ist schlechtes Wetter ein Entschuldigungsgrund für die Airline?

Dies ist unterschiedlich zu bewerten:

Voraussetzung für eine Entschädigung nach der EU-Verordnung 261/ 2004 ist, dass eine Verspätung oder ein Flugausfall nicht auf “außergewöhnliche Umstände” zurückgeht. Als Ausnahmeregelung ist nach der Rechtsprechung des EuGH Art. 5 III der VO eng auszulegen (Wallentin-Hermann EuGH v. 22.11.2008, C -549/07 NJW 2009, 347). In der Verordnung selbst fehlen Tatbestände für solche Umstände, jedoch werden in dem Erwägungsgrund 14 zu der Verordnung Umstände genannt. Zudem müssen aber noch durch die Airline zumutbare Maßnahmen getroffen worden sein, um die Verspätung oder Annullierung zu verhindern.

Für eine Annullierung wegen schlechtem Wetter gilt danach folgendes: eine Entlastung ist nur dann möglich wenn die Airline nachweist, dass die Annullierung auch dann nicht hätte vermieden werden können, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären, wie z.B. Benutzung eines Nachbarflughafens oder das Warten auf günstigere Wetterbedingungen. Dass andere Airlines ihren Luftfahrtbetrieb – auch nur teilweise – haben durchführen können, spricht dafür, dass kein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. Das heißt wenn nicht alle Airlines gleichermaßen von den Wetterbedingungen betroffen sind (z.B. auch allgemeines Flugverbot wegen Wetters), spricht dies gegen eine Entlastung der Airline nach Art 5 III der Verordnung. Es müsste außerdem von der Airline genau dargelegt werden, wie sich im Detail die Lande- oder Startbeschränkungen durch die behaupteten Wetterbedingungen auf den annullierten Flug ausgewirkt haben.

Sind ungünstige Windverhältnisse ein Entschuldigungsgrund für die Airline?

Dies ist von Fall zu Fall unterschiedlich zu bewerten:

Grundsätzlich können Windverhältnisse ein außergewöhnlicher Umstand sein, der die Ausgleichspauschale nach Art 7 Fluggastrechteverordnung 261/2004/EG wegen Verspätung, Annullierung / Streichung oder Überbuchung ausschließt, denn solche Vorkommnisse der Natur sind nicht beherrschbar.
Ein pauschaler Vortrag der Airline genügt jedoch nicht. Es müssen Windstärke und- richtung bekannt sein sowie bei welchem Seiten- oder Rückenwind der eingesetzte Flugzeugtyp noch betrieben werden kann und welche Auswirkungen das auf den Flug hatte, Amtsgericht Erding, Urteil vom 05.08.2015, Az.: 4 C 935/15.
Außerdem muss die Airline wie bei allen außergewöhnlichen Umständen darlegen, welche zumutbaren Maßnahmen sie ergriffen hat, die Verspätung zu vermeiden, z.B. Ausweichflughafen, Abwarten der Wetterbesserung, Einsatz eines anderen Fluggerätes.

Habe ich einen Anspruch auf Entschädigung bei einer beschädigten Landebahn?

Wenn zum Bespiel durch ein Gewitter die Landebahn des Flughafens abgerutscht ist (wie kürzlich auf Rhodos), begründete dies keinen außergewöhnlichen Umstand, denn in diesem Fall handelte es sich um die bekannte Mangelhaftigkeit des „Loches“ in der Runway des Flughafens, also einen beherrschbaren Mangel, der zu der Verspätung führte. Damit besteht ein Anspruch auf Entschädigung wegen Verspätung oder Annullierung des Fluges.

Möglich ist aber auch, dass die Beschädigung der Landebahn unabwendbar war, zum Beispiel durch ein Erdbeben, dem auch eine ordnungemäß gewartete Landebahn nicht standhalten kann.

Ist die Verspätung des Vorfluges ein Entschuldigungsgrund für die Airline?

Das ist von Fall zu Fall anders zu bewerten:

Bei der Verspätung des Vorfluges durch ein Naturereignis liegt nach der Rechtsprechung ein Entschuldigungsgrund für die Airline nur dann vor, wenn der Vorflug in einem engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang steht, so auch das Amtsgericht Erding, Az.: 7 C 2538/14 vom 28.01.2015. Wenn sich das Ereignis auf dem unmittelbaren Vorflug ereignen würde, sei der Umstand ggf. zu berücksichtigen weshalb Ansprüche auf Entschädigung wegen der Verspätung des Flusges ausgeschlossen sind. Dies sei aber nach Auffassung des Amtsgerichts bei einem „Vor-Vorflug“ nicht der Fall. Im übrigen kommt es darauf an, welche Zeitreserven zwischen Vorflug bzw. Vorflügen und dem streitigen Flug bestand und inwieweit die Airline in diesem „Flugumlauf“ Verspätungen aufgrund außergewöhnlicher Umstände berücksichtigt hat.

Der EuGH hat in seiner sogenannten Finnair-Entscheidung, Urteil vom 4.10. 2012 – C-22/11 zu der Luftverkehr – Verordnung (EG) Nr. 261/2004 – Ausgleichsleistungen für Fluggäste, im Fall der Nichtbeförderung wegen Annullierung eines Flugs aufgrund eines Streiks auf dem Abgangsflughafen und der notwendigen Umorganisation der auf den annullierten Flug folgenden Flüge einen Ausgleichsanspruch der Fluggäste dieser Flüge bejaht, das heißt es kommt nicht darauf an, ob und warum der Vorflug verspätet war oder nicht, vorausgesetzt es wird eine andere Maschine für den Folgeflug verwendet.

Der EuGH stützt sich hierbei auf den 15. Erwägungsgrund der Verordnung Nr. 261/2004 aus dem hervorgeht, dass sich die „außergewöhnlichen Umstände“ nur auf „ein einzelnes Flugzeug an einem bestimmten Tag“ beziehen dürfen, was ausgeschlossen ist, wenn einem Fluggast die Beförderung verweigert wird, weil Flüge infolge derartiger Umstände, die einen vorhergehenden Flug betrafen, umorganisiert werden. Der Begriff der „außergewöhnlichen Umstände“ diene nämlich dazu, die Verpflichtungen des Luftfahrtunternehmens zu begrenzen oder diese sogar von den Verpflichtungen zu befreien, wenn sich das betreffende Vorkommnis auch dann nicht hätte vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Wenn ein Luftfahrtunternehmen einen für den Tag des Streiks des Personals eines Flughafens vorgesehenen Flug annullieren muss und dann die Entscheidung trifft, seine nachfolgenden Flüge umzuorganisieren, könne aber keinesfalls davon ausgegangen werden, dass das Luftfahrtunternehmen durch diesen Streik gezwungen war, einem Fluggast, der sich zwei Tage nach der Annullierung des betroffenen Flugs ordnungsgemäß am Flugsteig eingefunden hat, die Beförderung zu verweigern.

Habe ich einen Anspruch auf Entschädigung bei einem defekten Reifen wegen beschädigter Landebahn?

Bei Annullierung oder Verspätung wegen technischen Defekts am Flugzeug besteht ein Anspruch auf Entschädigung.

In einem Gerichtsverfahren vor dem Amtsgericht Erding, Az.: 5 C 180/13, hat die Airline eingewendet, dass die durch einen defekten Reifen verursachte Verspätung ein sogenannter „außergewöhnlicher Umstand“ (Art. 5 Abs. 3 VO (EG) Nr. 261/2004), darstelle, da der Reifen durch Gegenstände auf dem Flugfeld beschädigt worden sei und daher eine unvorhergesehene Beschädigung des Flugzeuges durch Vogelschlag gleichkomme. Dem ist das Amtsgericht Erding entgegengetreten. Danach stellt der Reifenschaden einen Defekt im Rahmen der normalen Ausübung des Luftfahrtunternehmens dar und keinen außergewöhnlichen Umstand im Sinne der Fluggastrechte-Verordnung.

Habe ich einen Anspruch auf Entschädigung bei Streik?

In der Regel besteht kein Anspruch.

Im Hinblick auf die ergangenen Entscheidungen der Verfahren beim BGH X ZR 138/11 und X ZR 146/11, Pilotenstreik, kommt es entscheidend darauf an, dass der Streik von dem betroffenen Luftverkehrsunternehmen nicht beherrschbar ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Entscheidung zu streiken von den Arbeitnehmern im Rahmen der Tarifautonomie außerhalb des Betriebs des ausführenden Luftverkehrsunternehmens getroffen werde, d.h. ein Streikaufruf der Gewerkschaft ist auch betreffend den dadurch erfolgenden Ausstand der eigenen Arbeitnehmer ein Ereignis, das von außen auf das Luftverkehrsunternehmen einwirkt. Damit gehört dieses Ereignis nicht zur normalen Ausübung der Tätigkeit der Airline. Fraglich ist, inwieweit der Ausstand der Flugbegleiter bei der Lufthansa als ein von der Airline beherrschbarer Streik einzustufen ist, oder ob auch hier – wie bei dem Pilotenstreik – eine Einwirkung von außen vorliegt, die letztlich als „höhere Gewalt“ im Sinne der Fluggastrechte-Verordnung EU 261/ 2004 zu qualifizieren ist. In diesem Falle stünden den Reisenden keine Entschädigungen wegen Verspätung, Annullierung / Streichung oder Überbuchung von Flügen zu.

Habe ich einen Anspruch auf Entschädigung bei technischen Mängeln am Flugzeug?

Ja, solange der Mangel nicht durch eine Naturereignis verursacht wird, zum Beispiel „Vulkanaschewolke“ oder „Vogelschlag“, „Blitzschlag“ etc..

Wie lange kann ich meinen Anspruch auf Entschädigung geltend machen?

3 Jahre beträgt die Frist für die Geltendmachung der Entschädigung wegen Verspätung, Annullierung / Streichung oder Überbuchung / Nichtbeförderung nach der Fluggastrechteverordnung

Dies hat der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 10.12.2009, Az: Xa ZR 61/09, entschieden. Umfasst sind hiervon Ansprüche von Fluggästen, die auf die Fluggastrechteverordnung (EG) Nr. 261/2004 und deutsches Sachrecht gestützt werden, z.B. Ausgleichspauschalen wegen Verspätung, Umbuchung oder Annullierung eines Fluges, wobei die Verjährung immer zum 31.12. des jeweiligen dritten Jahres nach dem Ereignis eintritt.

Also scheuen Sie nicht, bei Flügen, die schon eine Weile zurückliegen, die Entschädigung geltend zu machen.

Kann ich eine Entschädigung erhalten, wenn ich wegen zu langer Warteschlange den Flug verpasst habe?

Ja, aber nur dann wenn die Airline ausdrücklich die Beförderung abgelehnt hat. Es genügt nicht das bloße Stehen in der Warteschlange sondern man muss schon zum Schalter rechtzeitig vorgehen und ausdrücklich das sofortige Check-in verlangen. Wenn dies abgelehnt wird, dann besteht ein Anspruch auf Zahlung der Entschädigung von € 250,– bis € 600,– pro Ticket und Person gegenüber der Airline.

Folgende Fälle sind zu unterscheiden:

– Check-in Verzögerung
Kommt der Reisende pünktlich nach den Flugbedingungen der Airline zum Check-in und verpasst er dennoch den Flug wegen nicht rechtzeitiger Abfertigung am Schalter (zu wenig Personal oder zu wenig Schalter geöffnet etc.), hat der Reisende Anspruch auf Schadenersatz und auf Erstattung seiner Aufwendungen einschließlich Ticket-Kosten. Ist die Reise bei einem Reiseveranstalter gebucht und findet sie wegen dem verpassten Flug nicht statt bzw. tritt der Reisende zurück, gibt es ggf. Ansprüche auf Rückerstattung des Reisepreises und ggf. Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden (AG Homburg, Urteil vom 08.05.2009, A.: 2 C 2633/08). Dieser kann bis zur Höhe des Reisepreises betragen. Gegen die Airline kann zudem ein Anspruch auf Entschädigung bestehen (Ausgleichspauschale bis zu 600,– € pro Ticket und Person (AG Berlin Urteil vom 21.04.2009, Az: 226 C 331/08; AG Frankfurt a.M. Urteil vom 25.01.2007, Az. 29 C 499/06.). Dazu muss aber nach dem BGH (Beschluss vom 16. 4. 2013 – X ZR 83/12), eine Weigerung vorliegen, den Fluggast zu befördern. Diese liegt nicht allein in der von der Airline verschuldeten Warteschlange, sondern muss ausdrücklich erklärt werden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich der Reisende noch innerhalb der vorgeschriebenen Check-in Zeit an den Schalter vordrängt und ihm dann das Check-in verweigert wird.

-Sicherheitskontrolle Verzögerung
Bei zu langem Kontrollieren des Handgepäckes oder der Personen an der Security-Schleuse kann die Bundespolizei, d.h. die Bundesrepublik Deutschland haftbar gemacht werden (LG Frankfurt am Main, Urteil vom 10.10.2012, Az.: 2-4 O 32/12), wonach die Kontrollen auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken sind und nachteilige Folgen für Fluggäste vermieden werden müssen.

Habe ich einen Anspruch auf Entschädigung bei fehlender Landegenehmigung?

Bei einer fehlenden Landegenehmigung als Grund der Verspätung, Annullierung oder Umbuchung schließt dies einen Anspruch auf Entschädigung nach Art 7. der Fluggastrechteverordnung aus.

Nach dem Urteil des BGH vom 13. 11. 2013, Az.: X ZR 115/12 VO genügt es, wenn bereits bei Start der Maschine keine Landegenehmigung für den Ankunftsflughafen vorliegt, auch wenn dieser zum Beispiel 10 Stunden entfernt ist. Die fehlende Landegenehmigung begründet einen außergewöhnlichen Umstand nach Art. 5 Abs. 3 der Verordnung. Das heißt, dass es sich bei diesem Umstand um einen Eingriff „von außen“ handelt, der von der Fluggesellschaft nicht beherrschbar ist. Der BGH geht sogar soweit, dass die Airline auch dann den Anordnungen des Flugverkehrsmanagements Folge zu leisten hat, wenn ungewiss ist, ob sachliche Gründe für die fehlende Landegenehmigung überhaupt bestehen (z.B. Wetterbedingungen). Die Airline muss diese Anordnungen nicht hinterfragen. Anderes gilt nur, wenn die Landegenehmigung wegen der fehlenden Flugsicherheit der Maschine der Airline versagt wird.

Warum soll ich gerade Flug-Rechte GmbH beauftragen?

Flug-Rechte GmbH ist ein renommiertes Unternehmen aus München mit versierten Reiserechtexperten. Flug-Rechte bietet eine im Vergleich zu anderen Firmen günstige Erfolgsprovision und hält Sie über Ihr Verfahren auf dem laufenden. Dazu bietet Flug-Rechte einen Livechat, eine Sachstandsanfrage über den aktuellen Stand sowie eine kostenlose Ersteinschätzung.

Außerdem sind wir flexibel hinsichtlich der Durchsetzung Ihrer Ansprüche auf Entschädigung bei Verspätung, Streichung oder Überbuchung von Flügen, in dem wir Ihnen auch die Möglichkeit einer Durchsetzung der Entschädigung durch unsere Vertragsanwälte anbieten können. Bei Bestehen einer Rechtsschutzversicherung ist eine Durchsetzung ohne Erfolgsprovision bis zu 100 % möglich. Gerne können wir Ihnen die Details hierzu auch in unserem Livechat nennen.

Kann Flug-Rechte im ganzen Bundesgebiet und in der EU für mich tätig werden?

Ja! Die schriftliche Einforderung Ihrer Ansprüche auf Entschädigung wegen Verspätung, Streichung und Überbuchung von Flügen macht Flug-Rechte problemlos im ganzen Bundesgebiet und in der EU geltend.

Im übrigen ist der Gerichtsstand für Klagen auf Ausgleichszahlungen bei Verspätung, Streichung und Überbuchung von Flügen:

1.) Sitz der Fluggesellschaft
2.) Ort des Abfluges
3.) Ort der Ankunft des Flugzeuges

Durch unser bundesweites Netz an Reiserechtanwälten kann Flug-Rechte die Ansprüche in jedem Ort in Deutschland geltend machen.

Der EuGH (Europäische Gerichtshof) hat dazu in seiner Entscheidung vom 09.07.2009, Az. C-204/04 nicht nur den Ort des Abflugs sondern auch den Ort der Ankunft des Flugzeugs gleichermaßen als die Orte angesehen, an denen die Dienstleistungen, die Gegenstand eines Beförderungsvertrags im Luftverkehr sind, hauptsächlich erbracht werden und daher die Airline nach Wahl des Reisenden vor dem Gericht eines dieser Orte verklagt werden kann.

Sind Reisebüros oder Reiseveranstalter für die Entschädigungen zuständig?

Nein! Für Entschädigungen wegen Verspätung, Annullierung und Überbuchung von Flügen sind nur die Fluggesellschaften zuständig, denn die Pflicht zur Zahlung folgt aus dem Luftbeförderungsvertrag zwischen Ihnen und der Airline.

Beim Reiseveranstalter können Sie jedoch wegen Verspätung, Annullierung und Überbuchung des Fluges Ansprüche auf Reisepreisminderung ebenfalls durch Flug-Rechte einfordern und geltend machen. Dies hat jedoch mit der Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung nichts zu tun. Allenfalls erfolgt eine gegenseitige Anrechnung gemäß Art 12 der Fluggastrechte-Verordnung. Unsere Vertragsanwälte helfen Ihnen hierzu im konkreten Fall weiter und geben Ihnen ebenfalls eine kostenlose Ersteinschätzung über Ihre Ansprüche auf Entschädigung oder Reisepreisminderung wegen Verspätung, Annullierung oder Überbuchung des Fluges

Und bitte beachten: Ansprüche auf Reisepreisminderung müssen innerhalb eines Monats ab Reiseende beim Reiseveranstalter geltend gemacht werden!

Ist die Schlichtungsstelle sinnvoll?

Schlichtung
Das Luftfahrt-Bundesamt bietet für Flugstörungen nach der Fluggastrechte-Verordnung die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. (SÖP) an. In den uns von Kunden mitgeteilten Schlichtungen haben die Fluggesellschaften in den seltensten Fällen eine Entschädigung angeboten, geschweige denn die volle Ausgleichspauschale, die den Reisenden nach dem Gesetz bei Verspätung, Annullierung und Überbuchung zusteht. Meistens wurden die Fälle nur zeitlich herausgezögert und waren ohne zufriedenstellendes Ergebnis für die Reisenden.

Sind Sie sich unsicher in Ihrer Entscheidung? Dann nutzen Sie die Möglichkeit einer kostenlosen Ersteinschätzung oder des Livechats.

Muss ich bei einem zukünftigen Flug Angst haben, wenn ich die Entschädigung verlange?

Nein! Sie machen durch Flug-Rechte nur die gesetzlichen Rechte geltend, die Ihnen zustehen. Es gibt also keine Benachteiligungen bei zukünftigen Flügen.

Wozu braucht Flug-Rechte eine Vollmacht von mir?

Da wir Ihre Ansprüche geltend machen, benötigen wir einen Auftrag von Ihnen und zum Nachweis dafür die Vollmacht. Ansonsten kann die Fluggesellschaft unsere Schreiben zurückweisen und ist nicht verpflichtet zu zahlen.

Um also möglichst schnell und effektiv Ihre Rechte auf Entschädigung bei Verspätung, Annullierung oder Überbuchung eines Fluges durchzusetzen, ist es sinnvoll und notwendig uns mit den anderen Unterlagen wie Flugbuchung / Boardingkarten auch die Vollmacht zu übermitteln.

Wie lange dauert es bis ich meine Entschädigung bekomme?

Dies ist abhängig von der Fluggesellschaft. Es gibt einige Airlines, die inzwischen problemlos die Zahlung innerhalb von 2 Wochen an uns leisten. Manche zahlen erst nach Durchführung des Gerichtsverfahrens, welches ein paar Monate dauern kann. Wir haben jedoch eine Erfolgsquote von etwa 98 % und für die doch nicht geringen Beträge lohnt es sich etwas zu Geduld mitzubringen, zumal kein Kostenrisiko besteht. Es winken pro Ticket und pro Person Entschädigungen bei Verspätung, Annullierung / Streichung oder Überbuchung von € 250,–, über € 400,– bis hin zu € 600,– abzgl. der Erfolgsbeteiligung von Flug-Rechte GmbH.

Habe ich auch Ansprüche wenn die Airline vorher die Flugzeiten ändert?

Ja, wenn es sich um eine Nicht-EU Airline handelt, haben Sie jedoch nur Ansprüche für den Flug, der in der EU stattfindet, nicht jedoch für den Flug vom Drittstaat in die EU.

Ansonsten gelten folgende Regeln für die Änderung von Flugzeiten oder Annullierung von Flügen:

Nach der Fluggastrechte-VO (EG) Nr. 261/2004 stehen Ihnen die Entschädigungszahlungen von € 250,– bis € 600,– dann zu, wenn

die Fluglinie nicht bis spätestens 2 Wochen vor dem geplanten Abflug den Fluggast unterrichtet hat; oder

der Fluggast über die Annullierung in einem Zeitraum zwischen zwei Wochen und sieben Tagen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet wird und ein Angebot zu anderweitiger Beförderung erhält, die es ihm ermöglicht, nicht mehr als zwei Stunden vor der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und sein Endziel höchstens vier Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen, oder

er über die Annullierung weniger als sieben Tage vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet wird und ein Angebot zu anderweitiger Beförderung erhält, die es ihm ermöglicht, nicht mehr als eine Stunde vor der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und das Endziel nicht später als zwei Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen.

Habe ich auch Ansprüche, wenn der Reiseveranstalter die Flugzeiten ändert?

Häufig wird kurz vor Abflug unter (anderem im Urlaubsland) der Rückflug geändert. Auch hier steht Ihnen grundsätzlich eine Entschädigung nach der Fluggastrechte-Verordnung über € 250. – € 600,- zu. Denn der Reiseveranstalter kann nicht ohne Zustimmung der Airline den Flug ändern. Dazu gehört jedoch auch, das der Reisende ausdrücklich die Beförderung mit dem ursprünglichen Flug verlangt bzw. die Airline die Beförderung verweigert.

Habe ich Anspruch auf Entschädigung bei einer Erkrankung eines Crewmitglieds wie z.B. dem Pilot?

Erkrankt ein Pilot an z.B. an einer Lebensmittelvergiftung während des Fluges und entsteht deshalb eine Verspätung, kann sich die Fluggesellschaft nicht auf einen außergewöhnlichen Umstand berufen. Das Landgericht Düsseldorf (Urt. v. 22.4.2014 – 22 S 31/14) hat die Erkrankung mit einem technischen Defekt des Flugzeugs verglichen, der ebenfalls die Entschädigung der Reisenden von bis zu € 600,– nicht ausschließt.

Tuifly und der angebliche Streik durch Krankmeldungen

Nachwievor hat nach unserer Kenntnis kein deutsches Gericht über den Ausschluss der Entschädigung für Verspätung / Annullierung oder Nichtbeförderung durch die häufigen Krankmeldungen im Oktober 2016 entschieden. Wir führen mehrere gerichtlichen Prozesse, bei denen nunmehr eine Entscheidung in den nächsten Wochen ansteht. Wir werden Sei in unsren FAQ auf dem Laufenden handeln.

TUIfly Neue Entscheidung des Amtsgerichts Erding

Das Amtsgericht Erding hat am 30.03.2017 geurteilt, dass wegen der Krankheitswelle bzw. dem wilden Streik Anfang Oktober 2016 (4. bis 7.10.2016) der Tuifly-Mitarbeiter kein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, sondern ein innerbetrieblicher Vorgang. Deshalb stehen den Reisenden Ausgleichszahlungen bzw. Entschädigungen nach der Fluggastrechteverordnung zu in Höhe von € 250,– bis € 600,–. Nach abweichenden Entscheidungen des Amtsgerichts Saarbrücken, Amtsgericht Hannover (uneinheitlich), Amtsgericht Nürtingen ist die Entscheidung ein Wegweiser für Flug-Rechte der Reisenden und dass innerbetriebliche Streitereien nicht auf deren Rücken ausgetragen werden.

Haftet Tuifly bei wildem Streik Anfang Oktober 2016 auf Schadenersatz gegenüber Reisenden?

Anfang Okober 2016 gabe es eine dramatische Krankheitswelle von Mitarbeitern bei Tuifly, Piloten und Flugbegleitern, wodurch viele Flugzeuge von Tuifly nicht starten oder landen konnten, Flüge von Tuifly annulliert wurden, verspätet ankamen oder Flüge von Tuifly verschoben wurden. Das Amtsgericht Erding hat am 30.03.2017 gegen Tuifly geurteilt, nämlich dass wegen dem Ausfall von Personal durch den angeblichen wilden Streik Anfang Oktober 2016 (4. bis 7.10.2016) der Tuifly-Mitarbeiter kein außergewöhnlicher Umstand vorliege, sondern eine reine innerbetriebliche Stretigkeit, die letztlich durch innerbetriebliche Gespräche am 7.10.2016 auch beendet werden konnte.

Nach dme Gericht stehen den Reisenden Entschädigungen nach der Fluggastrechteverordnung in Höhe von € 250,– bis € 600,– zu. Dennoch haben andere Entscheidungen (Amtsgerichts Saarbrücken, Amtsgericht Hannover (uneinheitlich), Amtsgericht Nürtingen) anders udn für Tuifly entschieden. Deshalb ist die Entscheidung des Amtsgerichts Erdinge in Schritt in die richtige Richtung, zumal das Urteil auch juritisch überzeugt.

Schildern Sie uns Ihren Fall!

Flug auf die Kanaren, Beschränkung der Entschädigung auf € 400,–

Bei Flügen nach oder von Lanzerote, Furteventura, Las Palmas ist zu beachten, dass es sich um Flüge inneralb der EU handlt und deshalb die Entschädigung nach der Fluggastrechte wegen Verspätung, Nichtbeförderung oder Annullierung / Streichung von Flügen nach Artikel 7 der Fluggastrechte-Verordnung auf Euro von Euro 250,– bis Euro 600,– auf 400,– limitiert ist, auch wenn die Entfernung mehr als 3500 km Luftlinie beträgt.

Türkei: Stornierung Flug bei Sicherheitshinweisen

Fluggäste können Flüge in die Türkei nicht stornieren ohne Stornogebühren zu zahlen. Bei der Eintragung in Listen des Auswärtigen Amtes und den Sicherheitshinweisen handelt es sich formal um keine Reisewarnung. Deshalb können Reisende nicht kostenfrei zurücktreten.

Flug bestätigt aber noch nicht bezahlt: Entschädigung bei Stornierung?

regelmäßig scheidet ein Anspruch auf Entschädigung wegen Flugstornierung aus, wenn dieser noch nicht bezahlt ist und keine Buchungsbestätigung vorliegt. Die erste „Bestätigung“ der Airline über den Flug  ist nur eine Reservierung. Erst wenn der Flugpreis bezahlt ist, kommt ein Beförderungsvertrag zustande und damit ein Anspruch auf Entschädigung bei Stornierung des Fluges.